Künstlerauswahl

Jean Fautrier

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    JEAN FAUTRIER
    PROJECTION - 1962
    Aquatintaradierung, Exemplar: 74/100
    56 x 75,5 cm
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    JEAN FAUTRIER
    LE PICHET - 1947
    Aquatintafarbradierung, Exemplar: 36/50
    73 x 56 cm
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    JEAN FAUTRIER
    LE OBJETS RARES ET PRECIE - 1947
    Aquatintafarbradierung, Exemplar: 20/50
    29 x 36 cm

Jean FAUTRIER wurde 1898 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters zieht die Mutter nach London, wo Fautrier an der Royal Academy of Art und später an der Slade School of Fine Art studiert. Anfang 1917 kehrt er nach Frankreich zurück und leistet dort seinen Kriegsdienst ab. 1918 erleidet er an der Front eine Giftgasverletzung von der er sich in Tirol 1920-21 erholt. Dort beginnt Fautrier wieder zu malen. Expressive Figurenbilder, Porträts und Stillleben entstehen. 1925-26 schafft er ungewöhnliche experimentelle Kompositionen, in denen das Motiv kaum noch erkennbar ist. Bereits 1923 stellt er seine Bilder in Paris aus und steht unter Vertrag bei der Pariser Galerie Guillaume. In den 30er Jahren zieht sich der Künstler immer mehr von der Malerei zurück. 1934 verlässt er Paris endgültig, wird zunächst Skilehrer in Tignes (F) und später erfolgreicher Geschäftsführer eines Hotels in Val d’Isere (F). Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges verlässt Fautrier die französischen Alpen und kehrt über Marseille und Aix-en-Provence 1940 nach Paris zurück. Er richtet sich ein Atelier ein, das zum Treffpunkt seiner in der Résistance tätigen Freunde wird. Nach einer Festnahme findet Fautrier Unterschlupf in einem Sanatorium, wo bis 1945 die Serie der Otages (Geisel-Bilder) entsteht, die prägnant für Fautriers Schaffen werden sollen. In den 50er Jahren vermittelt ihm der Schriftsteller André Malraux, Herausgeber beim Verlag Gallimard, die graphische Betreuung von Kunstbänden. Mit seiner Frau entwickelt Fautrier, für die Verbreitung seiner eigenen Arbeiten, die Originaux Multiples, eine Mischung aus Druckgraphik und Malerei. Ab 1954 kommt die Ölfarbe wieder zum Einsatz und Fautrier verzichtet auf die zuvor entwickelten haptischen Oberflächen. Seine Bilder werden weltweit ausgestellt, 1959 auf der documenta 2 in Kassel, 1960 erhält er den Großen Preis der Biennale in Venedig. Kurz vor seinem Tod wird im Musée d’art moderne de la Ville de Paris eine Retrospektive eröffnet. Am 21. Juli 1964 stirbt Jean Fautrier in Châtenay-Malabry (F).