Victor Bauer

Ausstel­lung vom 15.01.2020 - 29.02.2020

„Schon als Jugendlich­er in München ver­focht er die rev­o­lu­tionären Ideen der Rätere­pub­liken (1918/19) und wurde inhaftiert. Nach sein­er Rück­kehr in seine Geburtsstadt Wien und Beendi­gung der Schulzeit, besuchte er die Akademie der schö­nen Kün­ste und die medi­zinis­che Fakultät.
Zu seinem Bekan­ntenkreis gehörten Franz Kaf­ka, Adolf Loos, Else Lasker-Schüler, Sig­mund Freud, Wil­helm Reich und Mag­nus Hirschfeld.
Ange­zo­gen von der sur­re­al­is­tis­chen Bewe­gung, reiste Bauer mehrfach nach Paris; 1929 arbeit­ete er am 2. Sur­re­al­is­tis­chen Man­i­fest mit. Zu seinen Fre­un­den zählten: André Bre­ton, Paul Élu­ard, Sal­vador Dali, Georges Ribe­mont-Des­saignes und Jaques Prévert.
1932 ließ sich Bauer in Paris nieder, 1936 in Niz­za, dazwis­chen lag ein Stu­di­en­aufen­thalt in Ital­ien. Während des 2. Weltkrieges war Bauer im ital­ienis­chen Wider­stand aktiv. 1943 wurde er inhaftiert und zum Tode verurteilt. Durch den Sturz Mus­soli­n­is blieb er am Leben und wurde 1944 aus dem Gefäng­nis von Mai­land befre­it.
Erst in den let­zten 10 Jahren nach sein­er endgülti­gen Nieder­las­sung in Niz­za 1946/47, war Bauer ein kon­tinuier­lich­es kün­st­lerisches Arbeit­en möglich. Von 1950 bis 1959 beschäftigte sich Vic­tor Bauer weit­ge­hend mit kom­pos­i­torischen Gestal­tun­gen auf Papi­er, zum Teil auch in Kon­fronta­tion mit bere­its vorhan­de­nen kalligraphisch vorgear­beit­eten Papieren. In dieser Phase ent­stand ein der Anzahl der Werke nach kleines, in sein­er Qual­ität jedoch überzeu­gen­des und der Ent­deck­ung wertes malerisches Oeu­vre.
Da aus früheren Jahren nur wenige Bilder und Aquarelle erhal­ten blieben, kann man das Werk der 50er Jahre als Vic­tor Bauers kün­st­lerisches Ver­mächt­nis betra­cht­en.“ Hel­mut Dreiseitel

In der Ausstel­lung im 1. Stock wer­den Arbeit­en auf Lein­wand von 1947 bis 1953 und Arbeit­en auf Papi­er aus den Jahren 1953 bis 1958 gezeigt.